Den sprichwörtlichen Charme und die herzliche Gastfreundschaft des
Südens der USA treffen Urlauber auch in jedem Winkel Kentuckys an –
von den Erhebungen der Kentucky Heights bis hinunter ins Flachland des
Kentucky Cave Country.

Die Naturschönheiten Kentuckys erhalten einen besonderen Akzent durch
die beiden Metropolen Lexington und Louisville. Lexington, das Herz
des "Bluegrass Country", zeichnet sich durch eine bewegte
Staatsgeschichte aus. Nachdem die Region lediglich als Jagdgrund für
zahlreiche beheimatete Indianer gedient hatte, erforschte der
Engländer Daniel Boone als einer der ersten Weißen das Niemandsland;
unter seiner Federführung entstanden die ersten Forts in Harrodsburg
und Boonesborough. Die "Grundsteinlegung" Lexingtons erfolgte 1775 -
17 Jahre vor der eigentlichen Staatsgründung Kentuckys. Bereits im
Jahre 1820 konnte sich Lexington rühmen, eine der größten und
reichsten Städte westlich der Allegheny Mountains zu sein. Der dortige
Lebensstil war derart kultiviert und fein, dass die Stadt den
Spitznamen "Athen des Westens" erhielt.
Louisville – benannt nach dem französischen König Louis XVI. – ist
Schauplatz des national berühmten Kentucky Derbys, das jedes Jahr am
ersten Samstag im Mai veranstaltet wird. Der Höhepunkt der
Veranstaltung, ein hochkarätiges Pferderennen, wird umrahmt von
Festivals, Feierlichkeiten und Unterhaltung. Die zwei Wochen
andauernde Show zieht Besucher aus allen Landesteilen an. Pferdenarren
wird empfohlen, rechtzeitig im Voraus zu buchen!

Kulturell einmalige Schätze wie prachtvolle Herrenhäuser, Schauplätze
von historischer Bedeutsamkeit sowie berühmte Vollblut-Gestüte finden
sich in jedem Winkel des "Bluegrass"-State; der Name rührt in der Tat
von der Farbe des Graslandes her. Nur für einen kurzen Zeitraum, in
der Blütezeit im späten Mai, nimmt das Gras die berühmte bläuliche
Färbung an. Das eigentliche Bluegrass-Gebiet bedeckt über 4.000 qkm im
nördlichen Bereich des Staates und stellt das dar, was man mit
Kentucky automatisch assoziiert: Farmland. Für Freizeitaktivitäten,
Erholung und Abenteuer ist die Region im westlichen Teil Kentuckys wie
geschaffen. Wandern, Golfsport, Besuch von Sehenswürdigkeiten, Reiten,
Kanufahren, Höhlenforschung, Schwimmen oder Rafting – die Vielfalt der
Möglichkeiten ist beinahe grenzenlos. Kentucky ist Heimat des größten
bisher bekannten unterirdischen Höhlensystems der Welt. Die
zahlreichen Kalksteininnenräume und engen Gänge, die sich auf fünf
Ebenen befinden, sind mit zwei weiteren Höhlensystemen verbunden und
bilden so ein Netzwerk von insgesamt 560km erforschter Durchgänge.
Kentuckys geschichtliche Wurzeln waren den Einwohnern immer präsent
und werden auch heute bewahrt und gepflegt. Für viele ist es immer
noch das Land, wo Abraham Lincoln geboren wurde, Zachary Taylor (von
1849 bis 1850 12. Präsident der USA) seine Jugend verbrachte und
Harriet Beecher Stowe, nachdem sie zahlreichen Sklavenauktionen
beigewohnt hatte, Inspiration fand, ihren weltberühmten Roman "Onkel
Toms Hütte" zu schreiben.
Einen Namen hat sich Kentucky auch in der Pferdezucht gemacht. 1798
wurde die erste Pferderennbahn gebaut, und seitdem widmet man sich
intensiv der Zucht und dem Verkauf der berühmten Vollblüter – ein
nicht unwesentlicher Wirtschaftsfaktor des Staates. Welchen
Stellenwert die edlen Geschöpfe hier einnehmen, kann man daran
erkennen, dass bei der "Beerdigung" von "Man o´War", einem legendären
Rennpferd in Lexington, im Jahr 1947 im Beisein von 2.000 "Trauernden"
die letzte Ehre erwiesen wurde.
Und last but not least - in Kentucky wird bekanntermaßen der berühmte
"Kentucky Bourbon Whiskey" hergestellt.
Weinreisen:
Kentucky, der Staat im Südosten der USA, blickt
auf eine lange Weinbautradition zurück. Hier wurde wohl Ende des 18.
Jahrhunderts zum ersten Mal in den Vereinigten Staaten Wein ernsthaft
angebaut, die ersten Weinbaubetriebe entstanden. Von Anfang an wurde
mit vielen verschiedenen Sorten experimentiert. Nach der Erholung von
der Prohibition blieb dies ein Merkmal des hiesigen Weinanbaus.
Zentrum der Weinproduktion ist die größte Stadt Kentuckys, Louisville.
Der 1941 gegründete Mammoth Cave Nationalpark hat eine Gesamtgröße von
etwa 200 qkm und liegt im Bundesstaat Kentucky. Seinen Namen erhielt
der Park durch seine Hauptattraktion, der Mammuthöhle. Mit ihrer
Gesamtlänge von über 300 km gehört sie zu den größten erforschten
Höhlensystemen der Erde.
Fünf Etagen in die Tiefe
Überirdisch besteht die Landschaft des Nationalparks aus Hügeln
und Trichtern, so genannten Dolinen. Dieses hügelige Gelände ist von
Mischwäldern überzogen und überragt die Umgebung um etwa 150m.
Entwässert wird die Region vom Green River, der sich 60 bis 90 m tief
in den Kalkstein hineingearbeitet hat. Funde natürlich mumifizierter
Menschen im Eingang der Mammuthöhle ließen Forscher zu dem Schluss
kommen, dass sie den Ureinwohnern Amerikas schon vor etwa 4.500
bekannt gewesen sein musste. Die ersten Weißen entdeckten die Höhle
1798. Der in den Höhlengängen gefundene Salpeter wurde zur Herstellung
von Schießpulver verwendet. Jahrtausendelange Einwirkung leicht sauren
Regenwassers löste den Kalk aus den Gesteinschichten und schuf die
Kanäle, Gänge und Kammern des heutigen Höhlensystems. Der
Grundwasserstand senkte sich im Laufe der Zeit mehrere Male, so dass
die Höhle heute schon fünf Etagen aufweist. Von den Decken hängen
Tropfstein- und Gipskristallformationen. Innerhalb der Mammuthöhle
beträgt die Temperatur konstante 13 Grad Celsius. Die Luftfeuchtigkeit
variiert zwischen 80 und 90%. Im Mammoth Cave Nationalpark gibt es
eine unter- und eine überirdische Tierwelt. In der Höhle leben
ausschließlich Tiere ohne Sehvermögen. Die häufigsten blinden
Vertreter sind Höhlenblindfisch, Flusskrebse, Käfer und Würmer.
Überirdische Parkbewohner sind Hirsche, Füchse, Hasen Waschbären,
Stinktiere und Steifenhörnchen. Über 200 Vogelarten sind außerdem im
Gelände des Parks beheimatet.
Aktivitäten
Die Parklandschaft bietet ideale Vorraussetzungen für Abenteurer.
Ranger bieten verschiedene, geführte Höhlentouren und
Lehrveranstaltungen auf kurzen Waldwegen an. Die Höhle darf nicht ohne
Aufsicht betreten werden. Die oberirdischen Wanderwege des Parks
führen fast alle durch die die hügeligen Mischwälder. Die kurzen
Wanderwege und der Lehrpfad befinden sich ganz in der Nähe des
Besucherzentrums. Neben der Besichtigung der Mammuthöhle ist eine
Raddampferfahrt auf dem Green River ein weiteres Highlight im
Nationalpark. Besucher die über ein eigenes Boot verfügen, können in
den ruhigeren Abschnitten des Green Rivers in See stechen. Im
Amphitheater des Headquarters-Campingplatzes finden in den
Sommermonaten jeden Abend Diavorträge statt.
Besucherinformationen
Der Mammoth Cave Nationalpark hat ganzjährig geöffnet. Hauptsaison
ist zwischen Mai und Oktober. Die nächst größere Stadt heißt Bowling
Green und liegt etwa 40 km vom Park entfernt.
Eintritt
Der Eintritt in den Park ist frei. Der Eintrittspreis in die Höhle
hängt von der Art der Führung ab und variiert zwischen \$ 4-45 pro
Besuch.
Klima
Die Sommer im Park sind heiß, gelegentlich ist mit
Gewitterschauern zu rechnen. Die Winter sind mild und die
Schneefallwahrscheinlichkeit sehr gering. Da die Temperatur in der
Mammuthöhle immer konstante13 Grad Celsius beträgt, ist sie auch im
touristisch ruhigen Winter ein ideales Ausflugsziel.
Anreise
Bowling Green (Kentucky) liegt etwa 40 km vom Park entfernt. Die
Stadt verfügt über einen kleinen Flughafen mit planmäßigen
Flugverbindungen und mehrere Autovermietungen. In den beiden
Großstädte Nashville (Tennesse) und Louisvil (Kentucky) herrscht
täglicher Flugverkehr mit allen Metropolen der USA. Beide Städte
liegen etwa 150 km vom Park entfernt und verfügen ebenfalls über
zahlreiche Autovermietungen. Südöstlich vom Parkeingang liegt das
kleine Örtchen Park City. Hier verkehren öffentliche Busse.
Camping/Hotels
Im Mammoth Cave Nationalpark gibt es drei Campingplätze.Der
Headquarters Campground liegt in der Nähe des Besucherzentrums und
verfügt über elf Einheiten, fließendes Wasser und Toiletten. Auf dem
Houchins Ferry Campground gibt es zwölf Einheiten, ansonsten jedoch
keinerlei Komfort. Für die Nutzung des Backcountry Campingplatzes ist
eine kostenlose Genehmigung des Parks erforderlich. Alle Plätze sind
das ganze Jahr über geöffnet. Auf den Campgrounds leben zum Teil sehr
zutrauliche Baum-und Streifenhörnchen. Nachts durchstreifen Stinktiere
und Waschbären die Plätze nach Essbarem. Das kleine
Lebensmittelgeschäft ist nur im Sommer geöffnet.
In der Nähe des Besucherzentrums befindet sich ein Motel. Es hat
ganzjährig geöffnet und verfügt über ein eigenes Restaurant. Weitere
Hotels, Lebensmittelgeschäfte und Restaurants stehen in der näheren
Umgebung des Parks zur Verfügung.
Besucherzentrum
Das Besucherzentrum befindet sich in der Nähe des natürlichen
Höhleneingangs. Es ist ganzjährig geöffnet. Im Visitor-Center stehen
Informationsbroschüren über die Höhle zur Verfügung. Routen über
oberirdische Wander-und Lehrpfade sind in einem „Parkfolder“
zusammengefasst und ebenfalls hier erhältlich, sowie Fahrkarten für
die einstündige, etwa 13 km lange Raddampferfahrt auf der „ Miss Green
River II“. Diese Raddampferfahrten finden nur in der Hauptsaison,
zwischen April bis Oktober statt. Das Besucherzentrum zeigt außerdem
eine kleine Ausstellung über den Park und seine Höhle.